Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft Wasserrettung seit 1913

Zur Rettung von Menschen aus Wassergefahr streben wir einen flächendeckenden Wasserrettungsdienst an und bilden Schwimmer und Rettungsschwimmer aus. Wir fördern und unterstützen alle Maßnahmen, die der Bekämpfung des Ertrinkungstodes dienen. Unsere humanitäre Zielsetzung verpflichtet uns, aktiv an der Gestaltung der Gesellschaft mitzuwirken, indem wir das Bewußtsein für den Natur- und Umweltschutz im, am und auf dem Wasser stärken, für die Erhaltung unserer Umwelt und für einen flächendeckenden Erhalt der Bäderinfrastruktur eintreten. Wir fördern mit der DLRG-Jugend eine eigenständige Jugendarbeit, die sich den Grundwerten des Verbandes verpflichtet. Wir setzen auf sportliche Aktivitäten als wichtigen Beitrag für einen leistungsfähigen Wasserrettungsdienst. Wir bieten eine lebendige Vereinskultur. Wir führen unseren Verband ehrenamtlich, partnerschaftlich und kooperativ. Die Ortsgruppe Munster e.V. wurde 1946 gegründet.

Erster Vorstand der am 10. Juli 1946 gegründeten

                DLRG Ortsgruppe Munster

  • 1. Vorsitzender          Fritz Schulze
  • 2. Vorsitzender          Enno Meyer
  • Schatzmeister            Karl-Alfried Rokahr
  • Technischer Leiter      Heinz Engelke
  • Mädelleiterin              Ingeborg Weidemann
  • Jugendwart               Gunther Kabitzsch
  • Schriftführer              Walter Sauer

DLRG- Ortsgruppe Munster 1946 bis 1996

Nach den Wirren des zweiten Weltkrieges ging man daran, aus dem Barackenlager Munster wieder eine Gemeinde zu schaffen und sie mit Leben zu erfüllen.
Dazu benötigte man Vereine, denn die waren und sind es, die immer wieder Impulse für das Zusammenleben in einer Gemeinde geben.
So fanden sich am 10. Juli 1946 einige beherzte Männer und Frauen zusammen und gründeten die DLRG Ortsgruppe Munster-Lager.
Der Initiator dieser Gründung, Fritz Schulze, übernahm den Vorsitz, sein Stellvertreter wurde Enno Meyer. Die Aufgaben des Technischen Leiters übernahm Heinz Engelke, unterstützt von Ingeborg Weidemann, geb. Gottlieb, Mädelleiterin und Frauenwartin und verantwortlich für die Abteilung Schwimmen.
Das Amt des Jugendwartes wurde von Gunther Kabitzsch übernommen, als Schriftführer fungierte Walter Sauer und die Geschäfte des Schatzmeisters legte man in die Hand von Karl-Alfried Rokahr.

Schwimmbäder gab es natürlich noch nicht, aber in und rings um Munster gab es genügend Wassertümpel und -teiche, die man für die Schwimmausbildung nutzen konnte.
Da waren der Feuerlöschteich in Munster und die Böttcherteiche in Breloh. Man marschierte noch geschlossen zur Ausbildung mit der DLRG-Fahne vorweg.
Die Ausbildung wurde damals durchgeführt von Ingeborg Weidemann, unterstützt von Fritz Schulze, Enno Meyer und Heinz Engelke.
Das Büro der Ortsgruppe befand sich im Gebäude Hindenburgallee, der späteren Polizeistation.
Fritz Schulze arbeitete nicht nur auf Ortsebene, er war auch engagiert im DLRG-Bezirk Lüneburger Heide und im Landesverband Niedersachsen.
Über den DLRG-Bezirk baute er einen alten Marinestützpunkt an der Ostsee um und schuf daraus das Jugend und Schulungsheim Pelzerhaken, das unseren Jungen und Mädchen von 1953 bis 1963 als Ferienlager diente, und das ihm zu Ehren nach seinem Tode im November 1956 den Namen „DLRG - Jugend- und Schulungsheim  Fritz Schulze“ erhielt.
August Dörner übernahm nun die Führung der 1956 umbenannten DLRG Kreisgruppe Munster.

Durch die Gründung der Bundeswehr ergab sich die Möglichkeit, ab 1957 einen Teil der Rettungsschwimm- und sonstigen Ausbildung im Bundeswehr-Hallenbad Faßberg durchzuführen, man war aber weiterhin auf die Teiche angewiesen.

1960 wurde in Munster das Freibad am Osterberg eröffnet
Damit war die DLRG in Munster ihrem Ziele ein wenig näher gekommen. Kinder und Jugendliche konnten nun ihre Freizeit in einem bewachten Becken genießen und auch die Bedingungen für die Schwimmausbildung hatten sich weitgehend verbessert.

Durch den Bau des Schulschwimmbeckens in der Süllbergschule 1961 konnte nun auch im Winterhalbjahr Anfängerschwimmausbildung betrieben werden.
Das Büro der Ortsgruppe hatte man inzwischen in die Pestalozzistr. 9 verlegt.
In jedem Sommer fuhren Jungen und Mädchen ins Ferienlager an die Ostsee.

1964 wurde ein Ortswechsel vorgenommen, der neue Ferienort hieß für die nächsten 5 Jahre „Priwall“.

1965 legte August Dörner aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder und übergab den Vorsitz der Kreisgruppe an Enno Meyer.
Der Mitgliederbestand war inzwischen auf 700 angewachsen.
Die Arbeit der DLRG boomte. Durch die Bundeswehr kamen immer mehr neue Soldaten nach Munster, die hier ihre Schwimmprüfungen ablegten, weil sie Voraussetzung für ihre Laufbahn waren.
Durch den staatlich geförderten Wohnungsbau konnten viele Soldaten jetzt ihre Familien nachkommen lassen, und damit eine ganze Reihe von Kindern, die die Gruppen in der Anfängerschwimmausbildung füllten.
Aus dieser Zeit dürften noch vielen die DLRG-Weihnachtsfeiern in Erinnerung sein: Im Schützenhaus (jetzt Festhalle) lieferten sich alljährlich 300 bis 400 Kinder, teils mit Eltern, Kuchen-, Kaffee- und Kakaoschlachten.
Das Büro hatte man in das Haus von Kalli Hess, Ecke Lüneburger Straße und Am Park verlegt.

1969 kam für unser Ferienlager wieder ein Ortswechsel. Von jetzt an ging es für sieben Jahre nach Kiel-Kahlenberg, direkt an den Ostseestrand.
Die Jugendarbeit, die sich größtenteils auf Schwimmen und Fahrten beschränkte, weil kein Jugendheim und keine geeigneten Räumlichkeiten zur Verfügung standen, konnte

1970 einen großen Schritt nach vorn tun und mit einem erweiterten Programm aufwarten.
Munster besaß ein eigenes Jugendheim am Osterberg ( später Sozialstation und DRK-Heim ), in dem nun stundenweise Räume für Gruppen- und Bastelabende zur Verfügung standen.

1971 übernahm die Kreisgruppe die Rettungswache im Südsee-Camp Wietzendorf.
Im gleichen Jahr wurde durch die Initiative von Fritz Flade die DLRG Ortsgruppe Wietzendorf ins Leben gerufen. Durch Rettungsübungen und Tauchvorführungen im Südsee-Camp und einer anschließenden Tanzveranstaltung im Gasthaus Hartmann mit eigener DLRG-Kapelle aus Munster wurde für den Beitritt zur neuen Ortsgruppe geworben.

1972 übergab Enno Meyer den Vorsitz an seinen Stellvertreter Fritz Flade. Er selbst wurde Leiter des DLRG-Bezirks Lüneburger Heide.
Für die Rettungswache im Südsee-Camp wurde mit den Wietzendorfern gemeinsam Rettungswachausbildung betrieben:

  •    praktische Ausbildung im Freibad Munster
  •    theoretische Ausbildung in Wietzendorf.

Im gleichen Jahr wurde die Kreisgruppe Munster trotz ihrer 850 Mitglieder zur Ortsgruppe „degradiert“.
Peter Krumbiegel legte als erster Munsteraner nach zweijähriger Ausbildung seine Prüfung zum Rettungstaucher ab und war damit über Jahre hinweg der einzige Rettungstaucher im Landkreis.
Die Bundeswehr eröffnete im gleichen Jahr ihr Hallenbad in Munster und schuf damit optimale Bedingungen für unsere Ausbildung.
Jetzt konnte wetter- und jahreszeitunabhängig ausgebildet werden.
Die Brigadeschwimmausbildung wurde ins Leben gerufen.
Durch die Freigabe des Bundeswehrhallenbades für die zivile Nutzung in den Wintermonaten wurden der Ortsgruppe am Freitagabend Trainingszeiten eingeräumt. Zusätzlich dazu stand am Sonntagmorgen von 8.00 - 9.00 Uhr eine Stunde zur Verfügung, in der unsere Sonntagsriege üben konnte.
Man trainierte, nahm alljährlich an Rettungswettkämpfen des Bezirkes und anderer Ortsgruppen teil, veranstaltete Ortsmeisterschaften und fuhr, je nach Qualifikation, zu DLRG-Landesmeisterschaften.
Speziell in den 70er Jahren wurden während der Hallensaison, in der kaum Schwimmwettkämpfe ausgetragen wurden, hier in Munster Hallenhand- und –fußball-turniere veranstaltet, zu denen die Ortsgruppen des Bezirkes eingeladen waren und die sehr großen Zuspruch hatten.

1973 war die Geschäftsstelle in den Räumlichkeiten des Arbeitsamtes in der Bahnhofstraße untergebracht.

1974 veranstaltete die DLRG-Ortsgruppe Munster zusammen mit der SV Munster ein
Volksschwimmen.
Die Nachfrage nach Plätzen für das Ferienlager war so groß, dass im Sommer 1974 eine Gruppe mit 42 Jungen und Mädchen nach Borgwedel an die Schlei fuhr, während eine 20köpfige Gruppe 14 Tage in Kahlenberg verbrachte.

1975 übernahm nach dem Rücktritt von Fritz Flade Alexander Johns die Geschäfte des 1. Vorsitzenden.

1976 veranstaltete die Ortsgruppe eine Fahrradralley nach Wietzendorf, an der sich 138 Kinder beteiligten. Bei der anschließenden Siegerehrung am Lagerfeuer am Flüggenhofsee konnten über 500 Kinder und Erwachsene begrüßt werden.
1977 fuhren unsere Kinder in ein Ferienlager des Landesverbandes Nds. nach Skelde in Dänemark, das von den Munsteranern Ele Kröger und Walter Sobczak geleitet wurde .
1978 klinkte sich die Ortsgruppe in das Ferienprogramm der Stadt Munster ein und veranstaltet seitdem jährlich ein Schlauchbootfahren auf der Ilmenau.
Die Rettungswache wurde in diesem Jahr im Wechsel mit anderen Ortsgruppen im Südsee-Camp gestellt.

Am 01.09.1981 übernahm die DLRG-Ortsgruppe Munster einen 30 Quadratmeter großen Raum am Flüggenhofsee.
In den Sommern 1981 - 1983 veranstaltete die Ortsgruppe wieder eigene Ferienlager auf Priwall.

1983 wurde Rainer Pukall zum 1. Vorsitzenden gewählt.
Er gründet die DLRG-Tauchgruppe.
Fritz Schulze ( der Zweite ) wird Ehrenmitglied des Landesverbandes Nds. für seine Verdienste um den Aufbau der Jugendarbeit im Landesverband Nds. und den Jugendaustausch mit Frankreich. Zugleich wird er Ehrenmitglied und Ehrenvorsitzender des DLRG-Bezirks Lüneburger Heide.

Am 1. Juni 1984 wird das DLRG-Heim an die Ortsgruppe Munster übergeben.
Damit sind jetzt optimale Voraussetzungen für Jugendarbeit, theoretische Ausbildung und vereinsinterne Feiern geschaffen.
Am 14.12.84 veranstalteten die Taucher ein Adventsschwimmen im Flüggenhofsee.

1985 wird eine weitere Lücke in der DLRG-Arbeit geschlossen. Sabine Grupe gründet die Gruppe Warmwassergymnastik für Senioren.
Im Juni findet eine Taucheinsatzübung statt, an deren Ende eine Besprechung über die Zusammenarbeit im Katastrophenschutz stand. Der Leiter des DLRG-Bezirks Lüneburger Heide, Horst-Gerd Wenzel, hatte dazu die Polizei, Feuerwehr, DRK und das THW eingeladen.
Die Teilnahme an der Aktion „Rund um das Soldatenheim“ mit Tauchvorführungen in einem drei Meter breiten Becken war Ehrensache, zumal insgesamt 13 Chöre, etliche Spielmannszüge, einige Kapellen und sonstige Attraktionen aufgeboten waren.

1986 brannte das Haus am Flüggenhofsee ab.
Am 22. Februar 1986 nahm die Tauchergruppe am 20. Aller-Winter-Fackelschwimmen teil. Die Temperatur lag bei -17 Grad, die Teilnehmer mussten mit Glühwein wieder aufgetaut werden.
Die erste Tauchergeräteprüfung findet statt.
Am 4. Oktober 1986 startet die Ortsgruppe Munster eine Aufräumaktion im Flüggenhofsee, wobei unsere Taucher voll zum Einsatz kamen.
Im Dezember fand das erste Adventsschwimmen der Jugend im Bundeswehrhallenbad statt.

1987 wird das Haus am Flüggenhofsee wieder aufgebaut.
Vier Rettungstaucher erhalten ihre Urkunden.
Die Tauchergruppe veranstaltet ein Eistauchen im Freibad.

1988 übernimmt Albert Hees die Führung der Ortsgruppe Munster.
Am 30.07.1988 findet am und im Flüggenhofsee eine Katastrophenschutzübung der Ortsgruppen Soltau, Fallingbostel und Munster statt.

1990 wird die DLRG-Ortsgruppe Munster auf Beschluß der Jahreshauptversammlung vom 17.02.1990 ein eingetragener Verein  und nennt sich nun DLRG Ortsgruppe Munster e.V.

1994 tritt der 1. Vorsitzende zurück. Kommissarisch führte Gerd Engel die Geschäfte bis zur Jahreshauptversammlung 1995.
Die Stadt Munster richtete den „Tag der Niedersachsen“ aus. Die Ortsgruppe war mit Unterstützung des DLRG-Landesverbandes Nds. und einiger Ortsgruppen aktiv beteiligt.

1995 wurde Wolfgang Bunk von der Jahreshauptversammlung in Abwesenheit zum 1.Vorsitzenden gewählt und Gunther Kabitzsch zum Ehrenmitglied der DLRG - Ortsgruppe Munster ernannt.
Im Januar fanden die Ortsmeisterschaften statt, im Februar richtete die Ortsgruppe im Bundeswehrhallenbad die Bezirks-Rettungswettkämpfe aus.

1996 fanden genau wie im Vorjahr im Januar die Meisterschaften der Ortsgruppe statt und im Februar die Bezirks-Rettungswettkämpfe im Bundeswehrhallenbad in Munster.
Nach guten Ergebnissen nahmen gleich fünf Kinder und Jugendliche im April an den DLRG-Landesverbandswettkämpfen teil.
Im Frühjahr wurde das DLRG-Heim am Flüggenhofsee neu gestaltet und ist jetzt auch äußerlich als DLRG-Heim zu erkennen.
Die Geschäftsstelle wurde wieder ins DLRG-Heim verlegt und war an jedem Mittwoch von 17.00-19.00 geöffnet.

Von Hans-Georg Alvermann ( 1996 )

DLRG Ortsgruppe Munster

Im Allgemeinen leben Menschen auf dem Lande,
doch sind sie nach gewisser Übung auch imstande,
sich schwimmend oder rudernd in Gewässern
ihre Lebensführung zu verbessern.
Das birgt natürlich etliche Gefahren.
Weil wir ursprünglich Landbewohner waren,
versucht man schon bei kleinen Kindern,
Besorgnisse zu dämpfen und zu mindern
und Angstgefühle vor dem Nass zu nehmen,
damit sie sich langsam daran gewöhnen.
Die DLRG, die darüber wacht,
hat sich dies Problem zur Aufgabe gemacht.
Sie bietet Kurse im Schwimmen und Tauchen –
auch für Verletzte, die Hilfe brauchen.
Für Rettungsdienst im Boot – wie im Schwimmen
kann man sich in Lehrgängen trimmen.
Im Flüggenhofsee gibt es Möglichkeiten,
sich auf die Prüfung vorzubereiten.
Es sind jetzt 50 Jahre vergangen,
seitdem man den Dienst hier angefangen.
Ich möchte einige Namen nennen:
Fritz Schulze, den noch manche kennen,
Enno Meyer, Herr Dörner von der Polizei,
Karlchen Hess und Fritz Flade waren dabei
und Gunther Kabitzsch, der hier im Bad
noch jahrelang Dienste geleistet hat.
Man ist in den frühen Gründungsjahren
auch schon in Ferienlager gefahren.
Am Priwall und in Pelzerhaken
und Kahlenberg brauchte man Badelaken.
Es hat wohl jeder, der dort einmal war,
gemerkt, dass es „Brand“ – gefährlich war,
sich so mit dem salzigen Nass im Nacken
zum Trocknen in die Sonne zu packen.
Die Zeit ist darüber ins Land gegangen.
Noch denken viele mit Angst und Bangen
an vom Sturm gebrochene Uferdämme
wie Kinder an nasse Badeschwämme.
Das möchte die DLRG in den Ländern
mit tätiger Hilfe grundlegend ändern.